Camilla Läckberg -Die Eishexe-

Pünktlich zu Weihnachten bekam ich von „Vorablesen“ das Exemplar „Die Eishexe“ von Camilla Läckberg zugeschickt und durfte es vor Erscheinungsdatum am 2.1.2018 lesen. Es ist bereits der 10. Krimi von der erfolgreichsten Schriftstellerin Schwedens Camilla Läckberg, der sich um Hauptkommissar Patrik Hedström und seiner Frau, der Schriftstellerin Erika Falck, dreht. Für mich war es der erste Roman von Camilla Läckberg und ich war dementsprechend gespannt wie er mir gefällt.

Ich zitiere den Klappentext:

„Zitatanfang “ Als die kleine Linnea Berg vermisst gemeldet wird, starten die Bewohner von Fjällbacka eine Suchaktion in den umliegenden Wäldern. Schon einmal wurde ein Mädchen dort getötet. Dreißig Jahre ist das nun her. Damals fand man Stella Strand an dem einsam gelegenen Waldsee. Zwei 13-Jährige bekannten sich zur Tat – um wenig später ihr Geständnis zu widerrufen. Der Fall wurde nie geklärt. Kurz darauf beging der Chef der Polizeistation Tanum Selbstmord.

Hauptkommissar Patrik Hedström findet keine Ruhe. Und plötzlich reden alle von der Eishexe. Dem bodenständigen Kommissar widerstrebt es, dass eine Legende um ein misshandeltes Mädchen aus dem 17. Jahrhundert die Ermittlungen beeinflusst. Doch im Ort herrscht Hysterie. Nur seine Frau, Schriftstellerin Erika Falck, scheint einen kühlen Kopf zu bewahren. Schon lange recherchiert sie in dem alten Fall. Gemeinsam versuchen sie, Licht in das Dickicht aus Geschichten und Gerüchten zu bringen. „Zitatende“

Auf den ersten Seiten werden über fast alle Personen ein paar kurze Sätze geschrieben. So war es mir ohne Probleme möglich, die Personen zuzuordnen, ohne das ich vorher die anderen neun Krimis kannte. Das fand ich sehr positiv. Der Krimi wechselt zwischen dem Mord von vor 30 Jahren, dem neuen Verschwinden eines Kindes in der Gegenwart und dem 17. Jahrhundert. Die Geschichte des 17.Jahrhundert, wo es hauptsächlich um Hexenverfolgung geht, hat mir nicht gefallen. Vor allen Dingen waren mir die Foltermethoden zu brutal beschrieben und den neuen Fall mit einer Verwünschung aus dieser Zeit zu verknüpfen, fand ich ziemlich weit hergeholt.

Allerdings ist das auch schon der einzige Kritikpunkt den ich habe. Ich fand das Buch sehr spannend, das sieht man schon daran, dass ich die 739 Seiten in drei Tagen gelesen habe. Der Schreibstil von Camilla Läckberg hat mir auch gut gefallen, die schwedischen Namen und Orte waren anfangs gewöhnungsbedürftig, aber dieses Problem habe ich mit allen skandinavischen oder französischen Romanen. Liegt also nicht an den Schriftstellern.

Es wurden allen Personen in dem Buch Räume gegeben. Ich hatte ein genaues Bild vor Augen, wer mit wem verwandt ist, wer mit wem in welchem Verhältnis steht und wie die einzelnen Personen zueinander stehen. Dann wurde für mich der Spannungsbogen durch das ganze Buch sehr hoch gehalten. Auch das immer wieder über den alten Fall von vor 30 Jahren berichtet wurde, hat mir sehr gut gefallen. Wie die zwei Kinder damals den Mord gestanden, die Polizei sich nicht wirklich die Mühe machte, dieses Geständnis zu prüfen und als dem damaligen Kommissar Zweifel kamen, war es schon zu spät. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich erst ziemlich am Schluss einen Verdacht hatte, wer der Mörder ist.

Natürlich gab es auch diese Ungereimtheit mit dem Selbstmord des früheren Kommissars. Dass er sich als Linkshänder die Pistole an die rechte Schläfe hält um Selbstmord zu verüben hätten schon auffallen müssen. Aber gut, vielleicht sollte auch aufgezeigt werden das niemand unfehlbar ist.

Mein Fazit: Ich fühlte mich mehr als nur gut unterhalten, im Gegenteil, das Gefühl „nur noch ein Kapitel“ war zeitweise sehr stark und ich habe auch etwas wenig Schlaf bekommen. Die anderen Bücher möchte ich auf jeden Fall auch noch lesen, am besten vom ersten Band an. Mich interessiert einfach, wie haben sich Patrik und Erika kennengelernt und wie kamen die anderen Personen hinzu. Auch kann dieses Buch ohne Vorkenntnisse der anderen neun Bücher gelesen werden. Auf den ersten Seiten wird der Leser sehr gut informiert und die Geschichten sind ja alle für sich abgeschlossen. Wenn ihr gerne Krimis lest, kann ich euch diese Schriftstellerin und auch dieses Buch sehr empfehlen.