Ein Hauch von Liebe von Melina D´Angeli

Von Melina D´Angeli habe ich im letzten Jahr schon die drei Bücher „Küssen kann man nicht alleine“ gelesen und sie haben mir gut gefallen. Keine anspruchsvollen Bücher, aber als Urlaubslektüre oder einfach mal so zum Abschalten waren sie durchaus geeignet.

Nun bekam ich „Ein Hauch von Liebe“ als EBook kostenlos von Amazon, machte es mir mit meiner Erkältung auf der Couch gemütlich und tauchte in die Welt von Caro und Matthew ein.

Caro arbeitet als Redakteurin bei einem Yellow Press Magazin und hat das Gefühl, ihr Leben gleitet ihr aus den Händen und wird fremdbestimmt. Vor sechs Monaten verstarb ihr Vater, die Mutter engt sie mit ihrer Fürsorge ein und erwartet das Caro ständig für sie da ist, und über ihren schwerbehinderten Bruder macht sie sich auch viele Gedanken und Sorgen.

Da kommt ihr das Angebot ihres Chefs sehr gelegen, sie soll in Los Angeles den erfolgreichen Schriftsteller Matthew Pullman interviewen. Dieser hat jedoch seit Wochen eine Schreibblockade, ist ein Eigenbrötler und gilt als extrem schwieriger Zeitgenosse.

Ein erstes Treffen geht gründlich in die Hose, Caros´s Chef Eric möchte, das sie wieder nach Deutschland zurückkommt. Jedoch will Caro nicht einfach so aufgeben und startet einen neuen Versuch, diesmal erfolgreicher. Caro gelingt es, das Matthew sich ihr öffnet. Er leidet immer noch sehr unter dem Tod seines Vaters von vor sechs Jahren, genau wie Caro noch unter dem Tod ihres Vaters leidet. Zwischen beiden entsteht eine vorsichtige Vertrautheit und Freundschaft die einen „Hauch von Liebe“ beinhaltet.

Fazit: An dem Buch hat mir sehr gut gefallen, das es eben mal keine „normale“ Liebesgeschichte ist, das Ende bleibt nämlich offen und wer Liebesszenen mit Matthew erwartet, wird enttäuscht. Es geht hier eher darum, wie schnell wir uns selbst vergessen, wenn wir zu sehr andere Menschen in den Fokus und uns selbst hintenan stellen. Wie plötzlich klar werden kann, dass die „Freundin“ in Krisenzeiten doch keine wirkliche Freundin ist, sondern (wie im Fall von Caro) nur eine Arbeitskollegin. Das Oberflächlichkeit oft unser Leben bestimmt. Auch die Gedanken von Caro über unser Krankheitssystem, über die überforderten Pflegekräfte, die vollkommen unterbezahlt sind, fand ich gelungen. Ich finde, das Buch ist sehr feinfühlig geschrieben, ich habe oft geschmunzelt, hatte aber auch hin und wieder Tränen in den Augen. Es ist sicherlich keine anspruchsvolle Lektüre, die habe ich aber auch nicht erwartet. Allerdings habe ich anfangs auch nicht mit so einem Verlauf der Geschichte gerechnet. Ich bin gespannt ob es eine Fortsetzung von Caro und Matthew geben wird.